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Ventimiglia

Italien 7.05.2010 -

Bella Italia grüßt mit viel Sonne und es geht auch gleich spannend los. Direkt hinter der Grenze, neben der mittelalterlichen Grenzstadt, Ventimiglia, sind die Balzi-Rossi-Grotten. Hier hauste bereits vor 200.000 Jahren der homo erectus.



San Remo

Weiter geht es auf der Küstenstraße durch mondäne Seebäder (San Remo, Alassio) und hübsche mittelalterliche Dörfer. Überall sieht man gut erhaltene Ringmauern, hohe Geschlechtertürme (Wohntürme - Statussymbol einflussreicher Patrizierfamilien), große und kleine Piazze (Dorfplätze) und Kirchen in allen Farben und Formen. Und nicht zu vergessen die schöne Küste. Die italienische Riviera ist wirklich sehenswert. Allerdings reiht sich Ort an Ort, es gibt keinen Zentimeter Meereszugang, der nicht mit Parkvorschriften reglementiert ist und es ist trotz Vorsaison ganz schön viel los.


Diano marina

Wir verbringen 3 Tage (mit abwechselnd Wolken und Sonne) auf einem schönen Stellplatz im Küstenstädtchen Diano Marina und fahren dann weiter auf der Küstenstraße nach Pietra. Hier erleben wir ein kleines Abenteuer, beim Spaziergang durch die Altstadt wird Leica fast von einer Schlange gebissen. Leica schnüffelt an der Leine an einer Mauer neben dem Gehweg und springt, angezischt von der Schlange, erschrocken zur Seite. Sie stellt ganz schön angriffslustig den Kopf auf, bleibt dann aber zusammengerollt liegen. Wir schätzen die Länge der Schlange auf ca. 1 m.



Noli

Am nächsten Tag ist der Ort Noli unser Ziel. Noli war früher eine selbstständige Seerepublik. Der mittelalterliche Ortskern mit seinen hoch aufragenden Geschlechter- und Glockentürmen ist gut erhalten. Auf einem Hügel über dem Ort steht die verfallene Burg Monte Ursino, mit gut zu erkennenden Befestigungsmauern, die bis ins Tal führen.


Genua

Da es jetzt meistens grau ist und häufiger regnet, fahren wir durch Genua durch ins Hinterland. Genua war früher auch eine selbstständige Seerepublik. Die Stadt, aus der Christoph Kolumbus stammt, zieht sich ca. 35 km an der Mittelmeerküste entlang.



Isola Sestri Levanti Isola Sestri Levanti

Nach zwei Tagen im Gebirge (Genueser Apenin) mit Wanderung und Burgruinenbesichtigung geht es wieder an die Küste. Das Wetter ist meist sonnig mit kurzen Regengüssen und so besichtigen wir das reizvolle Fischerstädtchen Camogli mit siebenstöckigen Häusern, die sich den Steilhang hinauf stapeln und die Halbinsel Isola Sestri Levanti, die sich wie ein Pilzkopf ins Meer hinaus schiebt. An der schmalsten Stelle liegt das Zentrum der Altstadt, die Piazza Matteotti.

Cinque Terre

Hinter dem beliebten Badeort Levanto erreichen wir die Cinque Terre; fünf Dörfer, die am Steilhang kleben und bis Mitte der siebziger Jahre des 19. Jh. nur zu Fuß oder per Boot zu erreichen waren.  Heute gibt es steile Serpentinen, über die man mit dem Auto die Dörfer erreichen kann. Mit dem Wohnmobil muss man meistens oberhalb der Steilküste parken.  Nur in Monterosso gibt es einen Womo-Stellplatz am Hafen mit super Ausblick. Die spektakulär am Steilhang angelegten Terrassen, auf denen Weinreben und Olivenbäume wachsen, gehören zum  UNESCO Welterbe.


Riomaggiore

Eine Nacht verbringen wir auf einem Parkplatz oberhalb des Dorfes Riomaggiore, das zu den Cinque Terre gehört. Herrlich dieser Ausblick. Nachts tanzen Leuchtwürmchen um unser Wohnmobil herum.



Porto Venere

Bei strömendem Regen erreichen wir den hübsch auf einer Halbinsel gelegenen Ort Porto Venere – Hafen der Venus. Die Venus (schaumgeborene) soll hier der Sage nach an Land gegangen sein. Wir fühlen uns eher wie regengeduscht, machen aber noch ein paar nette Bilder von der Bucht und einer schönen Fischerkirche, die direkt auf die Klippen gebaut wurde. Am Wochenende nutzen wir den Stellplatz in La Spezia im Hafenbereich, wo wir tolle Jachten sehen können. Morgens fährt eine dieser „1-Mio.-Dollar-Jachten“ auf einem selbstfahrenden Trailer auf der Straße entlang, sehr beeindruckend.


Luni

Als nächstes lassen wir uns in die Vergangenheit vor Christus versetzen. Luni, eine von den Römern 177 v. Chr. gegründete Stadt, war fast 1500 Jahre lang der wichtigste Hafen Liguriens. Da die häufig von Überschwemmungen betroffene Hafenstadt langsam versandete, wurde sie im 13. Jh. aufgegeben. Heute ist die exakt rechtwinklig angelegte und einst prächtige Stadt eine der wichtigsten Ausgrabungsstätten Norditaliens. Am besten erhalten ist das Amphitheater, das ca. 15 m hoch war.



Carrara

Wir erreichen nun die Toskana. Am Horizont sieht man die weiß glänzenden Apuanischen Alpen. Was wie Schnee aussieht ist weißer Marmor – Carrara Marmor – der in 400 Steinbrüchen und bis in 1000 m Höhe aus dem Berg gesägt wird – und dass bereits seit über 2000 Jahren. Auch der alte Stadtkern der  im 1. Jh. gegründeten Stadt Carrara wird von weißem Marmor bestimmt.


Massa

 In Massa, einer Stadt mit Festung aus dem 11. Jh. und einem Schloss aus dem 13. Jh., finden wir auf der Straße ein Portemonnaie mit Geld, Kreditkarten etc. Eines der Dokumente verrät uns die Adresse des Besitzers und so fahren wir mit Hilfe unseres Navigationssystems dort hin. Er ist nicht zu Hause, aber die Nachbarin, wie sich später rausstellt eine Verwandte, nimmt die Börse entgegen und bedankt sich wortreich auf Italienisch. Als wir gerade wieder losfahren wollen, kommt sie angelaufen und sagt uns, dass der Besitzer auf dem Weg sei und sich gerne bei uns Bedanken möchte. Also warten wir. Als er nach 10 min. noch nicht da ist, fährt die Tochter mit uns zu seinem Arbeitsplatz, einem Restaurant mit Pool am Strand. Dort werden wir freudig empfangen, man zeigt uns die Anlage, die im Familienbesitz ist und bei einem Cappuccino versuchen wir Deutsch/Italienisch Verständigung.  Alle sind sehr nett, überhaupt sind die Italiener sehr freundlich und hilfsbereit nur auf der Straße kennen sie kein Pardon. Autofahren ist ein Erlebnis.



Pisa

Leider ist das Strandrestaurant im Umbau, damit es zur Sommersaison fertig ist. Wir suchen uns also  einen freien Zugang zum Strand (was nicht einfach ist, da ein Restaurant mit privatem Strandabschnitt an das nächste grenzt) und verbringen dann noch etwas Zeit am Wasser, da dies unser letzter Tag am Meer ist. Abends fahren wir noch nach Pisa.


Pisa

Pisa hat eine tolle Altstadt mit prachtvollen aristokratischen Bauten und auf dem Piazza dei Miracoli, dem Platz der Wunder, steht der Schiefe Turm (Glockenturm des Doms) zusammen mit dem Dom und dem Baptisterium. Der Torre Pendete, eines der meistbesuchten Bauwerke der Welt, war schon immer schief. Er neigte sich bereits während der Bauzeit (schlammiger Untergrund) und wird nun mit Stahlkabeln, einer Betonhülle um den Sockel und einem 700 t schweren Gegengewicht gesichert. Wir sind sehr beeindruckt von den Bauwerken - ebenso von den Menschenmassen, die sich hier drängen und den vielen Souvenirständen rund um den Platz.  Zum Glück haben wir die Hunde im Auto gelassen.


Lucca

Unser Reiseführer sagt, sie können nicht alle Sehenswürdigkeiten der Toskana auf einmal besichtigen, heben sie sich was für den nächsten Besuch auf. Das machen wir und wir folgen einem weiteren Rat unseres ADAC Tour-Set: die Stadt Lucca ist eine liebenswerte Alternative zu den toskanischen Hauptzielen – friedlich, freundlich und nicht überlaufen. Dem können wir uns nur anschließen, wir genießen (mit den Hunden) den Spaziergang durch die schattigen Gassen und  auf dem 30 m breiten, 12 m hohen und 4 km langen Festungswall, von wo wir auf Balkone, Dachterrassen, Gärten  und Kirchtürme blicken.



Lucca

Neben den 30 Kirchen und vielen schönen Palästen gibt es einen Turm auf dem Steineichen wachsen. Einzigartig in Lucca ist die Piazza Anfiteatro – eine perfekte Ellipse, die auf den Ruinen eines römischen Theaters erbaut wurde.

Für uns geht es weiter durch die Nordtoskana (bergauf, bergab) …


Toscana Toscana

Für uns geht es weiter durch die Nordtoskana (bergauf, bergab). Wir genießen die Landschaft die sich wie an Bilderbuch vor uns entfaltet. Zypressen, Oliven, Weinstöcke – Kathedralen und hohen Türmen. Im eleganten Thermalkurort, Montecatini Terme, kommen wir vorbei an prachtvollen Villen aus dem 19. Jh. und die Stadt Pistoia hat neben einem verspielten Dom ein schickes, achteckiges Baptisterium mit Marmorverkleidung. Einen schönen Blick über die Städte hat man von den Hügeln, auf denen kleine Orte wie Nester kleben. Für das Wochenende wollen wir zu einem empfohlenen Stellplatz in einem kleinen Park. Die vom Navigationssystem gewählte Strecke (35 km) führt uns auf Feldwegen über mehrere Hügel. Die Steigungen sind so steil, dass wir mehrmals Pause machen müssen, da der Motor zu überhitzen droht. Als wir an einer Kreuzung anhalten, da der vorgeschlagene Weg nicht für unser Gefährt geeignet ist, kommen 2 Italiener zu uns und fragen, wo wir den hinwollen. Als wir den Namen den Ortes nennen lachen sie und sagen: hier nicht, da fährt man um den Hügel rum, die Wegen über den Berg sind nur für Geländewagen. Da wir nun mal schon auf dem Berg sind, erklären sie uns einen einfacheren Weg und nach 2 Stunden Fahrt (für 35 km) kommen wir endlich am Platz an, der den Weg wert war. Ein toller Schattenplatz, was sehr wichtig ist, da es in den letzten Tagen ganz schön warm wurde. Wir bleiben dann gleich 2 Tage und genießen das schöne Wetter.

Modena

Der Weg ist nun einfacher, vorbei an Maranello und den Ferrari-Werken erreichen wir die Stadt  Modena, deren Piazza Grande mit Arkaden, einem 88 m hohen Glockenturm und dem romanischen Dom zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Uns gefällt der Platz nicht so sehr, der Dom ist ganz nett, aber leider gerade eingerüstet. Viel hübscher sind die schick bemalten Eingänge zu den Innenhöfen. Aus Modena kommt der berühmte Balsamico Essig, von dem wir einige Flaschen mitnehmen. Überhaupt schwelgen wir schon die ganzen Tage in der leckeren italienischen Küche. Die Nudelauswahl ist einfach riesig und erst die vielen Eissorten, italienisches Eis ist einfach klasse.


Mantova Mantova

Für unseren Rückweg durch Norditalien haben wir uns die Po-Ebene ausgesucht und so erreichen wir nördlich von Modena den Fluss Po. Wir finden auch einen schönen Picknickplatz, aber dann fahren wir doch noch etwas weiter in den Norden nach Mantova, deren Altstadt auf einer Insel im Fluss bzw. See Mincio liegt. Der Dichter Tasso sagte einmal, dass Mantova eine Reise von tausend Meilen wert sei und er hat Recht. 400 Jahre bauten das Herrschergeschlecht Gonzaga am Palazzo Ducale, Italiens größtem Schloss und Weltkulturerbe. Wir finden einen super Stellplatz direkt am See, mit Schatten und leckerem Brunnenwasser. So kann man es herrlich aushalten und weiterhin die Sonne genießen.

Peschiera

Da der Gardasee nur noch 40 km entfernt ist, muss unser Plan, am Po entlang zu fahren, noch etwas warten und wir fahren nach Peschiera del Garda, das am einzigen Abfluss des Gardasees liegt, dem Mincio. Da der Ort deswegen jahrhundertelang strategisch bedeutend war, ließen die Venezianer eine Bastion rund um das Städtchen bauen. Anfang des 19. Jh. wurde dies zu einem rund 2,3 km langen Festungsring ausgebaut.


Sirmione

Weiter geht es am südlichen Ufer des Sees entlang nach Sirmione, der schönsten Stadt am Gardasee. Sie liegt auf einer 4 km langen Halbinsel an deren Ende die Altstadt von einer Burg bewacht wird. Die Landzunge ist stellenweise so schmal, dass man von der Straße auf beiden Seiten den Gardasee sehen kann. Kurz vor Sirmione, an einer Stelle, die nicht durch Hotels und Privathäuser zugebaut ist, können wir mit den Hunden am See spazieren gehen. Ein paar Wolken sorgen für Abkühlung und wir stecken die Füße einmal kurz in den Gardasee.



Gardasee

Der letzte Ort (für uns) am Gardasee ist Desenzano am südwestlichen Zipfel. In der Zwischenzeit hat es angefangen zu Regnen, aber nach der Hitze der letzten Tage ist es eine angenehme Abkühlung. Den nun folgenden heftigen Regenguss nutzen wir in Cremona – endlich sind wir wieder am Po – zum Shoppen und am nächsten Tag scheint schon wieder die Sonne. Bei einem Spaziergang am Po springen beide Hunde mutig in den doch recht reisenden Fluss. Da müssen sie ganz schön kämpfen um von der Strömung nicht mitgerissen zu werden. Vergnügt rasen sie dann noch den Uferweg entlang. Eigentlich müssten Hunde in Italien immer an die Leine, aber kaum jemand hält sich daran.  Bisher hatten wir bzw. unsere zwei Hunde nur nette Erfahrungen mit den Italienern. Sie werden oft gestreichelt und keiner stört sich an den beiden.


Pavia