Bella Italia grüßt mit viel Sonne und es geht auch gleich
spannend los. Direkt hinter der Grenze, neben der mittelalterlichen Grenzstadt,
Ventimiglia, sind die Balzi-Rossi-Grotten. Hier hauste bereits vor 200.000
Jahren der homo erectus.
San Remo
Weiter geht es auf der Küstenstraße durch mondäne Seebäder
(San Remo, Alassio) und hübsche mittelalterliche Dörfer. Überall sieht man gut
erhaltene Ringmauern, hohe Geschlechtertürme (Wohntürme - Statussymbol
einflussreicher Patrizierfamilien), große und kleine Piazze (Dorfplätze) und
Kirchen in allen Farben und Formen. Und nicht zu vergessen die schöne Küste. Die
italienische Riviera ist wirklich sehenswert. Allerdings reiht sich Ort an Ort,
es gibt keinen Zentimeter Meereszugang, der nicht mit Parkvorschriften
reglementiert ist und es ist trotz Vorsaison ganz schön viel los.
Diano marina
Wir verbringen 3 Tage (mit abwechselnd Wolken und Sonne) auf
einem schönen Stellplatz im Küstenstädtchen Diano Marina und fahren dann weiter
auf der Küstenstraße nach Pietra. Hier erleben wir ein kleines Abenteuer, beim
Spaziergang durch die Altstadt wird Leica fast von einer Schlange gebissen.
Leica schnüffelt an der Leine an einer Mauer neben dem Gehweg und springt, angezischt
von der Schlange, erschrocken zur Seite. Sie stellt ganz schön angriffslustig
den Kopf auf, bleibt dann aber zusammengerollt liegen. Wir schätzen die Länge
der Schlange auf ca. 1 m.
Noli
Am nächsten Tag ist der Ort Noli unser Ziel. Noli war früher
eine selbstständige Seerepublik. Der mittelalterliche Ortskern mit seinen hoch
aufragenden Geschlechter- und Glockentürmen ist gut erhalten. Auf einem Hügel
über dem Ort steht die verfallene Burg Monte Ursino, mit gut zu erkennenden
Befestigungsmauern, die bis ins Tal führen.
Genua
Da es jetzt meistens grau ist und häufiger regnet, fahren
wir durch Genua durch ins Hinterland. Genua war früher auch eine selbstständige
Seerepublik. Die Stadt, aus der Christoph Kolumbus stammt, zieht sich ca. 35 km
an der Mittelmeerküste entlang.
Isola Sestri Levanti
Nach zwei Tagen im Gebirge (Genueser Apenin) mit Wanderung
und Burgruinenbesichtigung geht es wieder an die Küste. Das Wetter ist meist
sonnig mit kurzen Regengüssen und so besichtigen wir das reizvolle
Fischerstädtchen Camogli mit siebenstöckigen Häusern, die sich den Steilhang
hinauf stapeln und die Halbinsel Isola Sestri Levanti, die sich wie ein
Pilzkopf ins Meer hinaus schiebt. An der schmalsten Stelle liegt das Zentrum
der Altstadt, die Piazza Matteotti.
Cinque Terre
Hinter dem beliebten Badeort Levanto erreichen wir die Cinque Terre;
fünf Dörfer, die am Steilhang kleben und bis Mitte der siebziger Jahre des 19.
Jh. nur zu Fuß oder per Boot zu erreichen waren.Heute gibt es steile Serpentinen, über die
man mit dem Auto die Dörfer erreichen kann. Mit dem Wohnmobil muss man meistens
oberhalb der Steilküste parken. Nur in
Monterosso gibt es einen Womo-Stellplatz am Hafen mit super Ausblick. Die
spektakulär am Steilhang angelegten Terrassen, auf denen Weinreben und
Olivenbäume wachsen, gehören zumUNESCO
Welterbe.
Riomaggiore
Eine Nacht verbringen wir auf einem Parkplatz oberhalb des
Dorfes Riomaggiore, das zu den Cinque Terre gehört. Herrlich dieser Ausblick. Nachts
tanzen Leuchtwürmchen um unser Wohnmobil herum.
Porto Venere
Bei strömendem Regen erreichen wir den hübsch auf einer
Halbinsel gelegenen Ort Porto Venere – Hafen der Venus. Die Venus
(schaumgeborene) soll hier der Sage nach an Land gegangen sein. Wir fühlen uns
eher wie regengeduscht, machen aber noch ein paar nette Bilder von der Bucht
und einer schönen Fischerkirche, die direkt auf die Klippen gebaut wurde. Am
Wochenende nutzen wir den Stellplatz in La Spezia im Hafenbereich, wo wir tolle
Jachten sehen können. Morgens fährt eine dieser „1-Mio.-Dollar-Jachten“ auf
einem selbstfahrenden Trailer auf der Straße entlang, sehr beeindruckend.
Luni
Als nächstes lassen wir uns in die Vergangenheit vor
Christus versetzen. Luni, eine von den Römern 177 v. Chr. gegründete Stadt, war
fast 1500 Jahre lang der wichtigste Hafen Liguriens. Da die häufig von
Überschwemmungen betroffene Hafenstadt langsam versandete, wurde sie im 13. Jh.
aufgegeben. Heute ist die exakt rechtwinklig angelegte und einst prächtige
Stadt eine der wichtigsten Ausgrabungsstätten Norditaliens. Am besten erhalten
ist das Amphitheater, das ca. 15 m hoch war.
Carrara
Wir erreichen nun die Toskana. Am Horizont sieht man die
weiß glänzenden Apuanischen Alpen. Was wie Schnee aussieht ist weißer Marmor – Carrara
Marmor – der in 400 Steinbrüchen und bis in 1000 m Höhe aus dem Berg gesägt
wird – und dass bereits seit über 2000 Jahren. Auch der alte Stadtkern derim 1. Jh. gegründeten Stadt Carrara wird von
weißem Marmor bestimmt.
Massa
In Massa, einer Stadt
mit Festung aus dem 11. Jh. und einem Schloss aus dem 13. Jh., finden wir auf
der Straße ein Portemonnaie mit Geld, Kreditkarten etc. Eines der Dokumente
verrät uns die Adresse des Besitzers und so fahren wir mit Hilfe unseres
Navigationssystems dort hin. Er ist nicht zu Hause, aber die Nachbarin, wie
sich später rausstellt eine Verwandte, nimmt die Börse entgegen und bedankt
sich wortreich auf Italienisch. Als wir gerade wieder losfahren wollen, kommt
sie angelaufen und sagt uns, dass der Besitzer auf dem Weg sei und sich gerne
bei uns Bedanken möchte. Also warten wir. Als er nach 10 min. noch nicht da
ist, fährt die Tochter mit uns zu seinem Arbeitsplatz, einem Restaurant mit
Pool am Strand. Dort werden wir freudig empfangen, man zeigt uns die Anlage,
die im Familienbesitz ist und bei einem Cappuccino versuchen wir
Deutsch/Italienisch Verständigung.Alle
sind sehr nett, überhaupt sind die Italiener sehr freundlich und hilfsbereit
nur auf der Straße kennen sie kein Pardon. Autofahren ist ein Erlebnis.
Pisa
Leider ist das Strandrestaurant im Umbau, damit es zur
Sommersaison fertig ist. Wir suchen uns alsoeinen freien Zugang zum Strand (was nicht einfach ist, da ein Restaurant
mit privatem Strandabschnitt an das nächste grenzt) und verbringen dann noch
etwas Zeit am Wasser, da dies unser letzter Tag am Meer ist. Abends fahren wir
noch nach Pisa.
Pisa
Pisa hat eine tolle Altstadt mit prachtvollen
aristokratischen Bauten und auf dem Piazza dei Miracoli, dem Platz der Wunder,
steht der Schiefe Turm (Glockenturm des Doms) zusammen mit dem Dom und dem
Baptisterium. Der Torre Pendete, eines der meistbesuchten Bauwerke der Welt,
war schon immer schief. Er neigte sich bereits während der Bauzeit (schlammiger
Untergrund) und wird nun mit Stahlkabeln, einer Betonhülle um den Sockel und
einem 700 t schweren Gegengewicht gesichert. Wir sind sehr beeindruckt von den
Bauwerken - ebenso von den Menschenmassen, die sich hier drängen und den vielen
Souvenirständen rund um den Platz.Zum
Glück haben wir die Hunde im Auto gelassen.
Lucca
Unser Reiseführer sagt, sie können nicht alle
Sehenswürdigkeiten der Toskana auf einmal besichtigen, heben sie sich was für
den nächsten Besuch auf. Das machen wir und wir folgen einem weiteren Rat
unseres ADAC Tour-Set: die Stadt Lucca ist eine liebenswerte Alternative zu den
toskanischen Hauptzielen – friedlich, freundlich und nicht überlaufen. Dem
können wir uns nur anschließen, wir genießen (mit den Hunden) den Spaziergang
durch die schattigen Gassen und auf dem
30 m breiten, 12 m hohen und 4 km langen Festungswall, von wo wir auf Balkone,
Dachterrassen, Gärten und Kirchtürme
blicken.
Lucca
Neben den 30 Kirchen und vielen schönen Palästen gibt es
einen Turm auf dem Steineichen wachsen. Einzigartig in Lucca ist die Piazza
Anfiteatro – eine perfekte Ellipse, die auf den Ruinen eines römischen Theaters
erbaut wurde.
Für uns geht es weiter durch die Nordtoskana (bergauf,
bergab) …
Toscana
Für uns geht es weiter durch die Nordtoskana (bergauf,
bergab). Wir genießen die Landschaft die sich wie an Bilderbuch vor uns
entfaltet. Zypressen, Oliven, Weinstöcke – Kathedralen und hohen Türmen. Im
eleganten Thermalkurort, Montecatini Terme, kommen wir vorbei an prachtvollen
Villen aus dem 19. Jh. und die Stadt Pistoia hat neben einem verspielten Dom
ein schickes, achteckiges Baptisterium mit Marmorverkleidung. Einen schönen
Blick über die Städte hat man von den Hügeln, auf denen kleine Orte wie Nester
kleben. Für das Wochenende wollen wir zu einem empfohlenen Stellplatz in einem
kleinen Park. Die vom Navigationssystem gewählte Strecke (35 km) führt uns auf
Feldwegen über mehrere Hügel. Die Steigungen sind so steil, dass wir mehrmals
Pause machen müssen, da der Motor zu überhitzen droht. Als wir an einer
Kreuzung anhalten, da der vorgeschlagene Weg nicht für unser Gefährt geeignet
ist, kommen 2 Italiener zu uns und fragen, wo wir den hinwollen. Als wir den
Namen den Ortes nennen lachen sie und sagen: hier nicht, da fährt man um den
Hügel rum, die Wegen über den Berg sind nur für Geländewagen. Da wir nun mal
schon auf dem Berg sind, erklären sie uns einen einfacheren Weg und nach 2
Stunden Fahrt (für 35 km) kommen wir endlich am Platz an, der den Weg wert war.
Ein toller Schattenplatz, was sehr wichtig ist, da es in den letzten Tagen ganz
schön warm wurde. Wir bleiben dann gleich 2 Tage und genießen das schöne
Wetter.
Modena
Der Weg ist nun einfacher, vorbei an Maranello und den
Ferrari-Werken erreichen wir die Stadt Modena,
deren Piazza Grande mit Arkaden, einem 88 m hohen Glockenturm und dem
romanischen Dom zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Uns gefällt der Platz nicht
so sehr, der Dom ist ganz nett, aber leider gerade eingerüstet. Viel hübscher
sind die schick bemalten Eingänge zu den Innenhöfen. Aus Modena kommt der
berühmte Balsamico Essig, von dem wir einige Flaschen mitnehmen. Überhaupt
schwelgen wir schon die ganzen Tage in der leckeren italienischen Küche. Die
Nudelauswahl ist einfach riesig und erst die vielen Eissorten, italienisches
Eis ist einfach klasse.
Mantova
Für unseren Rückweg durch Norditalien haben wir uns die
Po-Ebene ausgesucht und so erreichen wir nördlich von Modena den Fluss Po. Wir
finden auch einen schönen Picknickplatz, aber dann fahren wir doch noch etwas
weiter in den Norden nach Mantova, deren Altstadt auf einer Insel im Fluss bzw.
See Mincio liegt. Der Dichter Tasso sagte einmal, dass Mantova eine Reise von
tausend Meilen wert sei und er hat Recht. 400 Jahre bauten das
Herrschergeschlecht Gonzaga am Palazzo Ducale, Italiens größtem Schloss und
Weltkulturerbe. Wir finden einen super Stellplatz direkt am See, mit Schatten
und leckerem Brunnenwasser. So kann man es herrlich aushalten und weiterhin die
Sonne genießen.
Peschiera
Da der Gardasee nur noch 40 km entfernt ist, muss unser
Plan, am Po entlang zu fahren, noch etwas warten und wir fahren nach Peschiera
del Garda, das am einzigen Abfluss des Gardasees liegt, dem Mincio. Da der Ort
deswegen jahrhundertelang strategisch bedeutend war, ließen die Venezianer eine
Bastion rund um das Städtchen bauen. Anfang des 19. Jh. wurde dies zu einem
rund 2,3 km langen Festungsring ausgebaut.
Sirmione
Weiter geht es am südlichen Ufer des Sees entlang nach
Sirmione, der schönsten Stadt am Gardasee. Sie liegt auf einer 4 km langen
Halbinsel an deren Ende die Altstadt von einer Burg bewacht wird. Die Landzunge
ist stellenweise so schmal, dass man von der Straße auf beiden Seiten den
Gardasee sehen kann. Kurz vor Sirmione, an einer Stelle, die nicht durch Hotels
und Privathäuser zugebaut ist, können wir mit den Hunden am See spazieren
gehen. Ein paar Wolken sorgen für Abkühlung und wir stecken die Füße einmal
kurz in den Gardasee.
Gardasee
Der letzte Ort (für uns) am Gardasee ist Desenzano am
südwestlichen Zipfel. In der Zwischenzeit hat es angefangen zu Regnen, aber
nach der Hitze der letzten Tage ist es eine angenehme Abkühlung. Den nun
folgenden heftigen Regenguss nutzen wir in Cremona – endlich sind wir wieder am
Po – zum Shoppen und am nächsten Tag scheint schon wieder die Sonne. Bei einem
Spaziergang am Po springen beide Hunde mutig in den doch recht reisenden Fluss.
Da müssen sie ganz schön kämpfen um von der Strömung nicht mitgerissen zu
werden. Vergnügt rasen sie dann noch den Uferweg entlang. Eigentlich müssten
Hunde in Italien immer an die Leine, aber kaum jemand hält sich daran.Bisher hatten wir bzw. unsere zwei Hunde nur
nette Erfahrungen mit den Italienern. Sie werden oft gestreichelt und keiner
stört sich an den beiden.