Felsige Buchten, elegante Seebäder, endlose gerade
Sandstrände und dahinter Kiefernwälder, alte Wehrdörfer und Thermalorte, das
ist das französische Baskenland. Unser erster Stopp gilt dem Seebad
St-Jean-de-Luz, das an einer muschelförmig geschwungenen Bucht liegt. Während
im Hafen die Fischerboote schaukeln, sieht man im Hintergrund die zum Teil noch
schneebedeckten Pyrenäenhügel. Das historische Highlight der Stadt war die
Hochzeit von König Ludwig XIV. und der spanischen Infantin Maria Theresia im
Jahre 1660, welche den langen Krieg zwischen Spanien und Frankreich beendete.
Biarritz
An der Küste entlang kommen wir bei leicht regnerischem
Wetter in das berühmte Seebad Biarritz. Der spanische Adel und auch Napoleon
haben sich hier schöne Paläste bauen lassen. Direkt an Biarritz schließt sich
die Stadt Bayonne an, die die Pforte ins Baskenland genannt wird. Beide Städte
sind sehr lebhaft; besser gefällt es uns im Hinterland.
Labastide
Unter den Laubengängen der pittoresken Fachwerk- und
Steinhäuser in der Garnisonsstadt Labastide d‘ Armagnac meint man, die Zeit sei
stehen geblieben. Wir sind ganz verzaubert von dem alten Wehrdorf, das ein
gutes Beispiel für die im 13./14. Jh. im Grenzbereich von englischem und
französischem Territorium gegründeten Siedlungen ist. Dieses hübsche Städtchen
hat direkt vor der Stadtmauer am alten Waschplatz einen schönen Stellplatz für
Wohnmobile, den wir leider nur für ein kurzes Sonnenbad nutzen können, da wir
heute noch weiter Richtung Mittelfrankreich fahren müssen.
Albi
Auf dem Weg machen wir noch einen kurzen Zwischenstopp in der
Stadt Albi und machen einen Spaziergang durch die Altstadt rund um die
Cathedrale Ste-Ceclie, dem größten Ziegelsteingebäude der Welt. An ihm wurde im
14./15. Jh. rund 200 Jahre lang gebaut.
Millau
Wir übernachten in der Stadt Millau, die einen großen
Wohnmobilstellplatz zur Verfügung stellt. Die jüngste Attraktion Millau´s ist
die höchste Autobahnbrücke der Welt, die sich in 270 m über den Fluss Tarn
spannt.
Tarn-Schlucht (Gorges du Tarn)
Hinter Millau beginnt die Tarn-Schlucht (Gorges du Tarn).
Rund 50 km hat sich der Tarn zwischen den Hochebenen ein enges, bis zu 500 m
tiefes Bett in den Kalkstein gegraben. Wir folgen ihm auf einer schmalen
Straße, vorbei an kleinen Dörfern, die an den Felswänden kleben. Fast jede
Kurve eröffnet einen Panoramablick und manche Felsdurchfahrten (Tunnel wäre
übertrieben) sind kaum höher als unser Wohnmobil.
Grignan
Am 28. März treffen wir uns mit Petras Bruder, seinen beiden
Töchtern (Nadine und Nathalie) und einer Freundin von Nadine auf einer
Trüffelfarm in der Nähe von Grignan. Die Sonne scheint den ganzen Tag und heißt
die Kurzurlauber, die für 7 Tage mit einem Leih-Wohnmobil unterwegs sind,
gebührend willkommen. Auf der Trüffelfarm haben wir eine ruhige Nacht, bevor
wir uns die Stadt Grignan und das Schloss bei strahlendem Sonnenschein ansehen.
Natürlich kaufen wir uns auch einen Trüffel, den wir abends auf Spaghetti
genießen. Die Meinungen über den Geschmack gehen auseinander.
Fontaine de Vaucluse
Leider ziehen abends dunkle Wolken auf und es regnet fast
die ganze Nacht, sodass wir am nächsten Morgen noch vor dem Frühstück um parken,
da wir fürchten, auf der matschigen Wiese stecken zu bleiben. Wir haben aber
Glück, nach einem Videovormittag geht es bei sonnigem Wetter weiter in die
Stadt Carpentras und nach Fontaine de Vaucluse. Am Fuß der Vaucluse-Hochebene
taucht die Sorge spektakulär aus einem Kalkkrater auf. Die eigentliche Quelle,
die die fünft größte der Welt ist, liegt unter dem Felsen verborgen. Wenn - wie
jetzt - im Frühling genug Regen fällt, presst die Quelle gewaltige Wassermassen
nach oben.Aus dem stillen grünen Teich
wird ein brodelnder Felstopf. Um alles besser sehen zu können, klettern wir auf
der anderen Seite zu einer alten Burg hinauf auf den Felsen. Von hier hat man
einen tollen Blick über das Tal.
Saintes-Maries-de-la-Mer
Da Dirk und die Kinder gerne das Meer sehen möchten, machen
wir uns auf nach Saintes-Maries-de-la-Mer, wo es einen großen Stellplatz am
Meer geben soll. Dieser Platz ist gerade eine Baustelle, aber neben der
Baustelle, direkt am Strand, wurde ein Ausweichplatz für die rollenden Heime
eingerichtet. So können wir am Strand spazieren gehen und Muscheln sammeln und
am nächsten Morgen machen wir noch alle eine Bummel über den Markt unddurch die hübsche Kleinstadt.
Saintes-Maries-de-la-Mer
Saintes-Marie liegt am Ende der Camargue, ein
Naturschutzgebiet (mit ca. 400 Vogelarten) zwischen den beiden Mündungsarmen
der Rhone. Die Camargue erstreckt sich über eine Fläche von etwa 930 km².
Wir sehen einige weiße Camargue-Pferde (eine Wildpferdart,
die nur hier vorkommt), sehr großen Herden der Camargue-Stiere (wovon es ca. 15.000
gibt) und viele Flamingos.
Saintes-Maries-de-la-Mer
Es hat Spaß gemacht mit Dirk und den Kindern, natürlich ist
es nicht einfach sechs Meinungen unter einen Hut zu bringen, aber wir hatten
schöne Tage und nach einem Bummel über den Markt in Saintes-Maries und einem
Snack in der Sonne vor den Womos fährt unser Besuch wieder in die Heimat. Wir
genießen einen Tag am Strand und wandern noch mal durch Dünen, Teich und
Feuchtwiesen und beobachten die Flamingos.
Saussette les Pins
Bei eher grauem Himmel geht es nun weiter. Unser nächstes
Ziel sollte ein Stellplatz in Caro sein. Da der Platz aber überfüllt ist, fahren wir weiter an der Küste entlang und entdecken bei Sausette les Pins
einen schönen Parkplatz am Strand. Hier stehen wir zwei Tage zusammen mit fünf
französischen Wohnmobilen und können am 2. Tag bei super Sonnenschein die
Klippen entlang wandern.
Gemenos
Wir fahren dann wieder ins Hinterland und nach einer Nacht
in der Stadt Gemenos erreichen wir einen schönen Stellplatz in Cuges-les-Pins,
einem Dörfchen am Rande des Massif de la Ste-Baume, wo wir es uns 3 Tage gut
gehen lassen. Das Wetter ist aprilmäßig – Regen und Sonne im Wechsel.
Route d Cretes
Es zieht uns bei herrlichem Sonnenschein wieder an die Küste
und so fahren wir am Hafenstädtchen Cassis vorbei auf die Route des Cretes,
einer Höhenstraße, die sich bis zum Cap Canaille auf knapp 400 m hochschraubt. Die
ersten 1.500 m beginnen mit gnadenlosen 30 % Steigung. Nicht nur wir, auch
unser Womo wollten schon aufgeben. Zum Glück haben wir durchgehalten; eine wirklich
tolle Strecke, die auch bei Motorrad- und Fahrradfahrern sehr beliebt ist.
Wir blicken über das endlos blaue Mittelmeer auf Boote und
Inseln und klettern auf die mit 416 m höchsten Klippen der Cote d’Azur (Falaise
du Soubeyran).
Die nächsten Tage verbringen wir in den Küstenstädtchen
Bandol, Six-Fours-les-Plage und Sanary, in denen pastellfarbene Villen aus der
Belle-Epoque über Sandstränden thronen und große (teure) Boote im Hafen liegen.
In Sanary war nach 1933 Zuflucht vieler deutscher Emigranten. (Thomas Mann
hatte hier eine Villa, die heute ein Hotel ist.)
Reifen in Frankreich
Reifen-Odyssee
In den letzten Tagen haben wir uns bei verschiedenen
Reifenhändlern erkundigt, da wir zwei neue Räder für unser rollendes Heim
benötigen. Allerdings scheint es in Frankreich nicht üblich zu sein Ganzjahresreifen
zu fahren. Man bietet uns immer wieder Winterreifen an, aber Snow Max ist nicht
das, was wir wollen. Wir finden dann zwar einen Händler, der die verlangten
Reifen in seinem PC findet, allerdings bekommt er von seinem Lieferanten die
Info, dass die Reifen nicht lieferbar sind. Ein anderer Reifenhändler lässt uns
sogar in seinen PC schauen, demnach gibt es weder von Pirelli noch von Continental
Ganzjahresreifen (so ein Quatsch!). Also beschließen wir sie selbst zu
bestellen und fahren zurück zu dem schönen Stellplatz bei Cuges, damit man die
Reifen für uns an diese Adresse senden kann. Auf der Internetseite des
französischen Reifenhändlers finden wir die richtigen Reifen und haben super
Glück; die Total-Tankstelle am Ort ist Montagepartner. Die Reifen können direkt
dort hin geliefert werden. Wir „wühlen“ uns durch die französischen
Bestellbedingungen, bestellen die Reifen und am nächsten Tag erhalten wir die
Bestätigungsmail, dass die Reifen versandfertig sind und so in ca. einer Woche
ankommen werden. Prima, um den Montagetermin mit der Tankstelle abzusprechen
radeln wir am darauf folgenden Tag zur Tankstelle. Petra hat sich schon die
entsprechenden französischen Wörter im Wörterbuch angesehen um den Termin
abzumachen. Zu ihrer Enttäuschung
spricht der Chef der Reparaturannahme aber recht gut Englisch, was sich dann
als Glücksfall rausstellt, da die Reifen schon an diesem Tag angekommen waren
und von ihm nicht angenommen wurden. Wir verstehen die Welt nicht mehr, er ist
doch Montagepartner. Die Rückfrage bei der Reifen-Firma ergibt, dass die Reifen
am nächsten Tag erneut angeliefert werden sollen. Werden sie aber nicht. Wir
müssen noch 5 Tage warten (was nicht so schlimm ist, da wir ja Zeit haben),
dann kommt der Anruf von der Tankstelle, dass die Reifen angekommen sind -
Termin für´s Reifen wechseln am nächsten Tag – juhu. Als wir am nächsten Tag
losfahren wollen um den Termin wahr zu nehmen, erzählt uns der
Stellplatzbesitzer, dass die Straße wegen Bauarbeiten gesperrt ist und wir erst
am Nachmittag weg fahren können. Er bittet dann aber die Bauarbeiter, den
großen Kran noch mal zur Seite zu fahren und so kommen wir rechtzeitig zur
Tankstelle und die Reifen werden getauscht! Hat dann doch alles gut geklappt
und der Besitzer der Tankstelle erzählt uns, dass er auch immer Reifen aus
Deutschland bestellt, die sind besser und günstiger.
Cuges-les-Pins
Wir sind froh, dass die Aktion gut über die Bühne gegangen
ist, bleiben aber trotzdem noch einige Tage in Cuges-les-Pins, weil uns der
Stellplatz sehr gut gefällt und wir das sonnige Wetter so richtig genießen
können.
Cuges-les-Pins / Ziegen
Besonders angetan haben es uns die 4 Bergziegen, die hier
mit auf dem Gelände „wohnen“ und sehr zutraulich sind. Als sie uns allerdings
eine Tüte mit Schokocroissants vom Liegestuhl klauen und schwups alles
verzehren, sind sie nicht mehr unsere Freunde.
Nahe St, Croix-Valmer
Mit etwas Wehmut fahren wir dann nach 14 Tagen weiter. Vorbei
an Toulon, geht es wieder an die Küste. Die Farben sind einfach herrlich. Das
Meer wirkt besonders blau vor dem hellen Sandstrand und den rot-gelben Felsen.
Wir haben mal wieder Glück, als wir an einem Kreisel eine Ausfahrt zu früh
abbiegen stehen wir vor einem großen Parkplatz auf dem 6 französische
Wohnmobilisten ihre „Zelte“ aufgeschlagen haben. Die hier üblichen
Einfahrthöhenbegrenzungen (2 m) sind abgebaut, da neben diesem Parkplatz gerade
eine Baustelle entstehen soll und so können die Wohnmobile ungehindert dort parken.
Eine Französin erzählt uns, dass sie hier schon 3 Wochen stehen und es keine
Probleme gab und dass es im Ort sogar eine Versorgungsstation gibt. Also
verbringen wir dort 4 entspannte Tage im Schatten unter einem großen Baum und
da der Strand nur 200 m entfernt ist, kann Petra morgens am Wasser walken –
einfach herrlich. Auch Katze Evita fand den Platz klasse.
St. Tropez
Zwischendurch machen wir einen Abstecher nach St-Tropez mit
schönen farbenfrohen Häusern und schicken Booten im Hafen. Der vom Reiseführer
empfohlene Weg führt uns durch schattige Pinienwälder vorbei an Weingütern die
bis zu den Klippen reichen. Immer wieder hat man einen herrlichen Blick auf die
Küste und wir kommen zu einem Leuchtturm, der mit 130 m einer der höchsten in
Frankreich ist.