Über eine schöne Brücke, die den Grenzfluss zu Spanien (Rio Guardiana) überspannt, kommen wir nach Portugal an die Algarve. Hier gibt es Geschichte kompakt. Schon im 7. – 3. Jh. vor Christus entstanden an der Südküste der Iberischen Halbinsel Handelsniederlassungen und Städte. 1250 wurde die Algarve dem Königreich Portugal angeschlossen. Ab 1385 begann der Aufstieg als Seemacht und 1444 wurden in Lagos die ersten afrikanischen Sklaven versteigert.
Castro Marin
Unsere ersten 2 Tage in Portugal verbringen wir im Städtchen
Castro Marim. Hier gibt es einen großen Stellplatz für die Reisemobile und eine
Ver- und Entsorgungsstation.Zwei
Festungen zeugen davon, dass die „Burg am Meer“ einst ein strategisch wichtiger
Grenzort war. Im 14. Jh. hatte hier zeitweise der Orden der Christusritter
(Templerorden) seinen Sitz. Direkt neben Castro Marim liegt Vila Real. Dieses
Städtchen wurde schon mehrfach vom Meer „verschluckt“ (Flut, Erdbeben), aber
wegen seiner strategisch wichtigen Lage, direkt am Grenzfluss zu Spanien, immer
wieder neu aufgebaut – zuletzt 1755.
Monte Gordo
An der Algarve gibt es herrliche kilometerlange Sandstrände
mit vielen Möglichkeiten einen Stellplatz für das rollende Heim zu finden. Einige
Wohnmobilfahrer haben uns bereits schöne Standorte genannt, die wir in unserer
Reisekarte vermerkt haben und die wir nun anfahren. Wie schon in Spanien sind wir
sehr erstaunt, wie viele Wohnmobile hier unterwegs sind, d.h. wie viele
Deutsche, Holländer, Engländer, Belgier und Franzosen hier ihre Winter verbringen.Mit mind. 50 Womos stehen wir in einem
schönen Pinienhain bei Monte Gordo. Da es schon tagelang immer mal geregnet hat,
ist der Platz etwas schlammig und auch am Abend fängt es wieder an zu regnen.
Als wir nachts um 4:00 feststellen, dass wir in einer großen Pfütze stehen,
fahren wir sicherheitshalber auf einen höher gelegenen festen Stellplatz.
Tavira
Unser nächstes Ziel ist die Stadt Tavira mit engen Gassen,
vielen Kirchen, zwei großen Markthallen und einer Brücke aus der Römerzeit, die
über den Fluss Gilao führt. Leider bleibt das Wetter eher regnerisch, nur am
Nachmittag gibt es ein paar Sonnenstrahlen und der nächste Tag, ist dann wieder
total verregnet.
Estoi
Nach einem faulen Tag im Womo machen wir uns auf, die
Sehenswürdigkeiten der Gegendzu erkunden.
Wir besuchen das Städtchen Olha, das mit seinen weißen, würfelförmigen Häusern
einen leicht arabischen Flair vermittelt. Besonders hübsch sind auch die beiden
Markthallen aus Backstein, mit Kuppeltürmen. Weiter geht es in die StadtEstoi ins Landesinnere, wo wie ein
Lustschloss aus dem 18. Jh. (leider nur von außen) besichtigen. In Estoi liegt
die Ausgrabungsstätte der römischen Stadt Ossonoba. Geographen vermuten, dass
dies die Hauptstadt von Celtica (Keltenreich) war.
Faro
Zu dem Gebiet der ehemaligen Stadt Ossonoba gehört auch das
heutige Faro. Die Stadt liegt hinter einer großen Lagunenlandschaft und hat
eine herrlich Altstadt mit einer Kathedrale aus dem 13./14. Jh., schönen
Plätzen und einer mächtigen Stadtmauer mit noch 2 erhaltenen Stadttoren.
Albufeira
Dieser Teil der der Südküste Portugals gehört zur
Felsalgarve mit herrlichen Stränden am Fuße von imposanten Klippen. Wir können
gar nicht genug Fotos machen – hier die Steilküste bei Albufeira – traumhaft.
Silves
Als nächstes Ziel hatten wir uns die Städtchen Ferragudo
ausgesucht, aber da dort gerade das Algarve Radrennen stattfand, konnten wir
nicht zum Stellplatz, also sind wir ins Inland in die Stadt Silves gefahren, wo
wir auch Margit und Uwe, die wir in Spanien kennen gelernt hatten, wieder
treffen. Silves war unter den Mauren die Hauptstadt der Provinz und ab 1242
drei Jahrhunderte Bischofssitz. Von jenen Zeiten zeugen die weitläufige Festung
und die Kathedrale. Wir stehen mit ganz vielen Womos am Schwimmbad auf einem
großen befestigten Parkplatz, was auch gut ist, da es die meiste Zeit regnet.
Praia da Rocha - Portimao
Nach 2 Tagen geht es wieder an die Küste zum Strand von
Portimao,Praia da Rocha, wo wir einen
schönen Stellplatz im Hafenbereich finden und sogar einen Sonnentag genießen
können. In der ersten Nacht ist es allerdings sehr windig und später erfahren
wir, dass in dieser Nacht der Sturm Xynthia einen Teil der Uferpromenade von
Rocha zerstört hat.
Lagos
Bei weiterhin regnerischem Wetter schauen wir uns die Seefahrerstadt
Lagos mit alten Stadtmauern, schönen Kirchen und einer kleinen Festung an. Von
Lagos aus starteten im 15. Jh. einige der portugiesischen Eroberungsfahrten unter
Heinrich dem Seefahrer. Außerdem befand sich in Lagos der erste Sklavenmarkt
Europas. Besonders gefallen haben uns die südlich gelegenen Grotten- und
Felsformationen (Ponta Piedade). In diesem Felsgarten kann man herrlich
spazieren gehen und der Wettergott verschont uns mal für ein paar Stunden.
Cabo de Sao Vicente
Jetzt sind wir am südwestlichsten Festlandspunkt Europas am
Cabo de Sao Vicente. Das windumtoste Kap wurde von den Römern als Sitz der
Götter verehrt. Wir erleben tatsächlich eine sehr steife Brise. Etwas östlich
liegt die Stadt Sagres mit dem Fort des Sagres, wo Heinrich der Seefahrer seine
Eroberungsfahrten plante.
Praia da Bordeira
Nun fahren wir an der Costa Vicentina entlang Richtung
Norden. An der Westküste führen immer wieder Stichstraßen zu Traumstränden, die
sich zwischen den roten, schwarzen oder bunt gestreiften Felswänden auftun. Wir
übernachten in Praia da Bordeira in den Dünen.
Odeceixe
Das Wetter ist seit Mitte Januar eher regnerisch. Wir haben
uns schon zwei Mal im Matsch festgefahren und jeder Portugiese, den wir treffen,
beteuert, dass es schon seit Jahren nicht mehr so kalt und regnerisch war.
Wirmachen das Beste draus und
erklimmen, wenn es gerade mal nicht regnet, die Klippen und wandern an der
Küste entlang. Es gibt an der Westküste viele schöne Stellplätze für die
rollenden Heime, wie z.B. bei Odeceixe und immer wieder treffen wir Margit und
Uwe.
Capo Sarto
Weiter im Norden treffen wir auf ein überraschendes
Phänomen. Bei Capo Sarto nisten Störche auf den Klippen vor der Küste. Einen
ungemütlicheren Ort kann man sich kaum vorstellen. Insgesamt sieht man in
dieser Gegend sehr viele Störche, die eifrig am Brüten oder Nestbauen sind.
Costa Santo Andre
Am Surferstrand von Porto Covo haben wir Glück, wir finden
einen herrlichen Platz auf den Klippen und können 2 Sonnentage genießen, bevor
wir an der Stadt Sines vorbei nach Costa Santo Andre kommen. Dort stehen wir zusammen
mit Margit und Uwe noch einige Tage, bevor die beiden Richtung Inland
weiterfahren. Hier können wir auch ein spannendes Naturereignis beobachten; das
„Reinigen“ bzw. Entleeren einer Lagune. Bei Santo Andre und Melides gibt es
Lagunen, die nur durch einen Sandstreifen vom Meer getrennt sind. Manchmal
öffnet sich dieser (oder wird von Menschenhand geöffnet) und das Wasser der
Lagune strömt ins Meer. So kann das verschmutzte, abgestandene Wasser
ausgetauscht werden.
Lissabon
Jetzt steht mal eine Großstadt an. Über die Rota da Vinhos
(Weinstraße) geht es an einigen Burgen und an der Stadt Setubal vorbei nach
Lissabon.Wir stehen im Stadtteil Belem
direkt am Tejo und können einige große Schiffe beim Einfahren in die Stadt
beobachten. Ein Tag ist natürlich viel zu wenig Zeit für so eine Metropole,
aber wir picken uns ein paar Sehenswürdigkeiten heraus, u.a. das manuelinische
Hieronymiten-Kloster, den Tore de Belem (die zum UNESCO Weltkulturgut gehören) unddie Brücke Vasco da Gama, die mit 17,2 km die
längste Brücke Europas ist. Man kann sie sehr gut vom Expo-Gelände aus sehen,
wo auch der Torre Vasco da Gama steht, der mit 145 m der höchste Turm des
Landes ist.
Lissabon
Vom einem Aussichtspunkt (miradouro) haben wir einen schönen
Blick über die Stadt, die auf sieben Hügeln erbaut ist und auf das Kastell Sao
Jorge, das aus einem wuchtigen Mauerring und zehn Türmen besteht.
Queluz
Ein vom Reiseführer empfohlenes Ziel in der Umgebung von
Lissabon ist der rosafarbene Rokoko-Königspalast von Queluz, das portugiesische
Versailles, erbaut im 18. Jh. Als wir am Schloss ankommen ist gerade
Wachwechsel mit Musikkapelle.
Sintra
Etwas weiter westlich liegt die frühere Königsstadt Sintra
am Fuße des Höhenzuges Serra de Sintra. Hierher zogen sich die Monarchen Portugals
und später die Aristokraten des 19. Jh. zurück, wenn es im Sommer in Lissabon zu
heiß wurde. Der Ort, in dem es herrliche Adelspaläste gibt, gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe,
zusammen mit der romantischen Park- und Waldanlage, die sich bis zum Meer zieht.
Über dem ganzen thronen auf dem Höhenzug eine mittelalterliche Maurenburg und
ein Märchenschloss im Stile Neuschwansteins.
Capo da Roca
Wir fahren auf engen, verschlungenen Wegen durch dichten
Wald in Richtung Meer zum Cabo da Roca, dem westlichsten Punkt des europäischen
Festlandes. Man steht hier auf einem Steilfelsen, rund 140 m über dem Meer.
Mafra
In dieser Gegend gibt es so einige bedeutende Bauwerke. In Mafra
ließ König Joao V. einen gigantischen Palast bauen. Hinter der 220 m langen Westfront
des Marmor-Prunkbaus befanden sich ein Konvent für 300 Mönche und ein
Königspalast.
Obidos
Wie im Märchenbuch: eine Zinnenmauer umgibt die idyllische mittelalterliche
Burgenstadt, Obidos, mit engen Gassen und weißen Häusern. Vor der Stadt steht
eine große Kirche, die leider sehr angeschlagen ist.
Schöne Küste Portugals
Wir finden immer wieder herrliche Stellplätze für unser
rollendes Zuhause am Strand oder zwischen den bizarren Felsformationen die sich
die Küste entlang ziehen.
Batalha
Der 17.3. ist leider
unser letzter Tag an der schönen Atlantikküste von Portugal, heute geht es
durch das Hinterland Richtun