Am 4.12.
ging es nun endlich über die Pyrenäen, die zum Teil schon Schnee tragen, nach
Spanien – wieder bei strahlendem Sonnenschein.
Figueras Sonnenuntergang
Die erste
Nacht verbringen wir bei Deutschen in der Nähe von Figueras - die hier
offiziell einen inoffiziellen Stellplatz betreiben - und können einen mystischen
Sonnenuntergang erleben.
Blanes
Am Nikolaustag sind wir dann an der Costa Brava und gehen in
Blanes auf der Uferpromenade mit Blick auf die Burgruine Sant Joan spazieren.
Es ist im Schatten 16 ° und in der Sonne angenehm warm (T-Shirtwetter).
Platja de Arsenal
Wir fahren an der Küste entlang, die nunCosta Daurada heißt und übernachten auf
herrlichen Plätzen am Strand – Platja Llarga und Platja de Arsenal. Das Wasser
ist zwar kühl, aber man kann prima mit nackten Füssen am Strand und in die
Brandung laufen. Abends beobachten wir grandiose Sonnenuntergänge und machen
zig Fotos.
Taragona Via Augusta
In Tarragona schauen wir uns eine Festung und einen
römischen Triumphbogen, der letzte an der Via Augusta, an.
Ebro DElta
Südlich von Tarragona liegt das Ebro-Delta, ein 320 km²
großes Gebiet in dem Reis angebaut wird. Dies ist ein Paradies für Fische und
rund 300 Vogelarten. Wir sehen viele Reiher in verschiedenen Farben und Größen,
mind. 30 Störche undübernachten im
Nationalpark Delta de l’Ebro direkt am Fluss Ebro. Morgens können wir einen
tollen Sonnenaufgang über der Flussmündung beobachten.
Enge Kuestenstrasse
Die Küstenstraße ist nicht immer für Wohnmobile
geeignet.!!!
Festung Peniscola
Die nächste Tag bringt uns nach Peniscola, einem Ferienort
an der Costa del Azahar. Hier gibt es einen Womo-Stellplatz mit Strom und
Wasser und wir genießen den Spaziergang am menschenleeren Strand (der im Sommer
mega voll ist). Vor uns liegt eine Felsenhalbinsel mit einer Burg des
Templerordens. Im 15. Jh. residierte dort der spanischen Gegenpapst Benedikt
XIII. In Peniscola gefällt es uns so gut, dass wir noch einen Tag länger
bleiben und mit dem Fahrrad die Stadt erkunden.
Sagunto
Weiter im Süden kommen wir dann nach Sagunto, einer Stadt
mit einer antiken Burg, deren Mauern sich über 800 m am Berg entlang ziehen.
Seit mehr als 2000 Jahren haben alle hier ansässigen Kulturen (Iberer,
Kathager, Römer, Mauren und Christen) in dieser berühmten Festung ihre Spuren
hinterlassen.
Regensturm
Vorbei an herrlichen Orangen-, Zitronen- und Olivenhainen
geht es nun und wir sehen so einige Flüsse, die seit Monaten ausgetrocknet
sind. Wir können uns gar nicht vorstellen, dass da jemals Wasser geflossen ist,
aber der nächste Tag zeigt uns, dass sich dies alles schnell ändern kann. Die
spanische Ostküste wird von einem Regensturm überrollt. Schlagartig sinkt das
Thermometer auf 8 ° und es gießt in Strömen. Die ehemals trocknen Flussbetten
verwandeln sich in reißende Ströme und auch einige Straßen verwandeln sich in
Flüsse.
Alfas del Pi
Wir verbringen den ersten Sturmtag im Nationalpark
L’Albufera im Bett im kuschlig warmen Wohmobil und am nächsten Tag fahren wir
weiter Richtung Süden um die Cap de Sant Antoni Spitze herum. Auf der Straße
liegen einige umgestürzte Bäume und in Benissa wurde von einem Haus sogar ein
Teil der Fassade abgerissen. Wir schauen ins offene Wohnzimmer und umfahren die
Reste der Fensterfront, die kurz vor uns auf die Straße gedonnert ist. Alles in
allem eine spannende Fahrt und wir sind froh, den Stellplatz in L’Alfas del Pi
im dunkeln zu erreichen. Am darauf folgenden Morgen scheint die Sonne wieder
mit so viel Kraft hat, dass wir vor dem Womo sitzen können und wir schauen über
Orangenfelder auf schneebedeckte Berge. Einfach fantastisch!
La Marina
Nach 2 gemütlichen Tagen geht es weiter, vorbei an Benidorm
(dem Manhatten von Spanien mit irre vielen Hochhäusern), nach La Marina an der
Costa Blanca. In dieser Gegend wird bereits seit dem 12. Jahrhundert Salz
gewonnen. Die vielen Salzseen bieten einigen Vogelarten Nahrung. Wir sehen
große Flamingo-Schwärme im Wasser stehen. In La Marina finden wir schnell den
empfohlenen schönen Stellplatz am Strand und sind überrascht, dass hier so
viele rollende Ferienwohnungen stehen -ca. 20 Deutsche und 15 Niederländer und nur ein Finne. Alle sind sehr
nett und wir bekommen Tipps für die weitere Reise. Da das Wetter wieder super
ist, bleiben wir 2 Tage und können herrliche Sonnenauf- und –untergänge
beobachten.
Ramonete
Über Weihnachten wollen wir nicht am Strand übernachten, da
die Spanier die Plätze dann selbst bevölkern möchten. Im Ramonete kurz hinter Cartagena
gibt es einen Stellplatz extra für Wohnmobile, den ein deutsches Ehepaar, die
seit 14. Jahren in Spanien leben, betreibt. Es liegt etwas im Hinterland, das
recht hügelig und sehr schön ist. Leider sieht man überall Plastikgewächshäuser
für Tomaten etc., aber trotzdem haben wir einen tollen Blick bis zum Meer, das
ca. 2 km entfernt ist (prima Fussmarsch durch die Hügel). Hier wollen wir
Weihnachten verbringen. Auf dem Platz sind (leider) nur Deutsche, aber alle
sind sehr nett und Sascha (der Besitzer) wird uns ein leckeres Weihnachtsessen
kochen. Für die Hunde ist es super toll, es gibt noch 2 große Hunde und alle 4
dürfen auf der Wiese hinter dem Stellplatz jeden Tag zusammen toben.
Aguilas
Nach einem schönen Weihnachtsfest geht es am 27.12. weiter
zusammen mit Evi und Jörg, die schon seit 10 Jahren ihre Winter in Spanien
verbringen,an der Costa del Sol entlang
in die Stadt Aguilas, wo wir uns nachts die tolle Weihnachtsbeleuchtung ansehen
und dann weiter zu einem schönen Stellplatz in den Dünen bei San Jose.Es gibt hier so viel zu sehen, sodass wir nur
langsam voran kommen.
Strand bei Mojacar
Silvester verbringen wir dann bei Antonio am Strand in der
Nähe von Mojacar, einer weißen Stadt in den Bergen. Bei Antonio genießen wir
die Sonne, die, nach einem verregneten Silvester, in den ersten Januartage kräftig
scheint.
Cabo de Gata
Weiter geht es an den fast weißen
Sandstrand von Agua Amaga einer typischen kleinen spanischen Stadt
mit weißen Häusern und vielen Blumen. Dieser Ort liegt am Rande des
Naturschutzgebietes Cabo de Gata. Dieses Gebiet ist noch sehr
ursprünglich und natürlich, es gibt keine Hochhäuser und
Feriensiedlungen, dafür Wüstenpflanzen wie Agaven und das genügsame
Esparto-Gras. Ev und Jörg lieben wie wir die geschwungenen, manchmal
etwas engen, Nebenstraßen und zeigen uns die schönsten Plätze und
Ausblicke. Wir übernachten im Ort El Cabo de Gata am Strand mit
herrlichem Panoramablick. Die Nacht ist allerdings etwas unruhig,
da es sehr windig ist und das Womo schaukelt wie eine Babywiege.
Sierra Alhamilla
Vom Cap fahren wir etwas ins Hinterland
durch die Sierra Alhamilla. Es geht aus Serpentinenstraßen rauf und
runter und wir machen tolle Fotos. Im Bergdorf Lucainena, in dem wir
einen Platz für die Nacht finden, besichtigen wir einen Friedhof mit
den typisch spanischen Grabhäusern. Die Sonne scheint, aber der Wind
ist eisig kalt. In der Nacht hatten wir 0 Grad und das Wasser im
Rambla (Bachlauf meist trocken) neben uns war gefroren.
Desierto de Tabernas
An die Sierra Alhamilla schließt sich
die in Europa einzigartige Wüstenlandschaft (Desierto de Tabernas)
an. In diesen staubtrockenen zerklüfteten Berghängen wurden einige
Italo-Western gedreht. In der Ferne sehen wir die schneebedeckten
Berge der Sierra Nevada.
Roquetas de Mar
Wieder an der Küste ist es gleich
etwas wärmer. Wir fahren durch Almeria mit seiner großen Festung
und steuern Roquetas de Mar an, wo wir herrlich am Strand stehen und
seltene Muscheln (Gottesaugen) finden.
Guardias Virjas
Die nächste Station am Strand ist
Guardias Virjas mit vielen Wohnmobilen in den Dünen. Hier erwischt
uns das Schicksal aller Freisteher, wir fahren uns mit den
Vorderrädern in einer weichen Stelle fest. Nach kurzem „buddeln“
stehen wir auf einem schönen Stellplatz mit Blick auf das Meer.
Sierra Nevada
Uns reizt der Schnee und so überqueren
wir die Sierra Nevada, ab hier ohne Ev und Jörg, über eine
Pass-Straße, mit herrlichen Kurven, auf 2000 m. Zum Glück ist
die Straße gut geräumt, aber ab 1300 m liegt Schnee an den Seiten
und über uns sehen wir den Mulhacen, der mit 3482 m der höchste
Berg auf dem spanischen Festland ist. Hier bleibt der Schnee bis Juni
liegen.
Guadix
Am Rand der Sierra Nevada liegt die
Stadt La Calahorra, mit einer romantischen Burg und die Stadt Guadix,
mit Höhlenwohnungen. Seit Jahrtausenden haben hier Menschen
Wohnungen in die weiche Tonerde gegraben. Die Zimmer sind zwar etwas
lichtarm, dafür aber stets angenehm temperiert. In Guadix sind noch
ca. 2000 Höhlenwohnungen bewohnt. In der Gegend treffen wir noch auf
so einige Höhlenwohnungen. Zum Teil sind ganze Straßenzüge, wie
Reihenhäuser, in den Fels „eingelassen“.
Granada Alhambra
Am nordwestlichen Ende der Sierra liegt
die Stadt Granada. Auf der Suche nach der LPG Tankstelle durchqueren
wir die ganze Stadt, da wir manche zugeparkte Straßen nicht
durchfahren können. Unser Navi ist schon ganz verzweifelt, aber dann
finden wir einen für unser rollendes Heim geeigneten Weg. Mit Gas
versorgt suchen wir dann das Wahrzeichen der Stadt – die Festung
Alhambra. Auf einem Bergrücken über dem kleinen Fluss Darro liegt
diese Perle der Weltkultur. Hier verbindet sich maurische Baukunst
mit der Baukunst des christlichen Spaniens. Ab dem 13. Jh. wurde der
älteste Teil der Gesamtanlage gebaut. Maurische Herrscher
gestalteten im 14. Jh. den reich verzierten Nasridenpalast mit
üppigen Gärten und 1492 ging die Anlage an den Katholischen König.
Trevelez Sierra Nevada
So eine große Stadt ist nichts für
uns um dort die Nacht zu verbringen, also geht es südlich von
Granada wieder in die Sierra Nevada, wo wir einen tollen Stellplatz
an einem Stausee finden. Nach 2 eher kalten Tagen konnten wir hier
wieder einen Sonnentag genießen um dann erneut Richtung Schnee, in
die Schinkenstadt Trevelez zu fahren. Trevelez ist die
höchstgelegenste Stadt Spaniens direkt unterhalb des Mulhacen und
hier wird ein spezieller Schinken „getrocknet“. Überall hängen
Schinken von der Decke und es riecht lecker.
Salobrena
Unseren nächsten Stellplatz finden wir
am Meer im Ort Salobrena, neben 3 anderen Wohnmobilen. Da es uns dort
sehr gut gefällt wollen wir noch eine zweite Nacht bleiben, aber die
Policia Local schickt uns gegen Abend weg. Wir fahren an den Rand von
Salobrena zu einem Schotterplatz hinter den Dünen, wo ca. 15
Wohnmobilisten (aus Belgien, Schweden, Frankreich, Spanien,
Niederlande und Deutschland) mit vielen Hunden ihr Winterdomizil
aufgeschlagen haben. Eigentlich wollen wir nur eine Nacht bleiben,
aber dann lernen wir Christine und Ralf kennen, die hier mit einem
amerikanischen Wohnmobil (dem Dicken), mit Hugo (ein kleines
Hymer-Womo) und einem Jeep stehen. Da Ralf seit 10 Jahren hier
überwintert kennt er sich bestens aus und zeigt uns die Gegend und
wir gehen lecker Tapas essen. Die bekommt man, wenn man einen Wein
trinkt einfach kostenlos dazu. Also bleiben wir 8 Tage wovon die
ersten 4 herrlich sonnig sind und dann hatten wir noch 4
durchwachsene Tage mit etwas Regen, so ist es halt im Januar.
Außerdem lernen wir hier einen netten Spanier kennen, der unseren
Auspuff, den wir auf dem Weg durch die Sierra Nevada „verloren“
hatten, wieder zusammen schweißt.
Malaga
Weiter geht es an der Küste entlang durch das malerische
Dörfchen Nerja, mit kleinen Gassen und einem schönen Blick auf die Costa del
Sol. Wir verbringen 2 sonnige Tage in Torre del Mar und fahren dann nach
Malaga. Andalusiens zweitgrößte Stadthat 2 Burganlagen, von dort haben wir einen tollen Blick auf die Stadt.
El Torcal
Nachdem es uns schon vor einigen Tagen in den Bergen gut
gefallen hat, zieht es und wieder über Serpentinenstraßen dorthin - nach El
Torcal. In dieser Karstlandschaft haben Wasser, Wind und Wetter den Fels zu den
eigentümlichsten Formen gestaltet.
Antequera
Nördlich von diesem Naturkunstwerk liegt die Stadt Antequera
mit einer schönen Innenstadt (irgendwie sauberer und freundlicher, als wir es
sonst kennengelernt haben) und einer Alcazaba-Festung. Am Stadtrand von
Antequera haben vorgeschichtliche Kulturen monumentale Grabstätten
hinterlassen. Die Steine aus denen die Dolmengräber zusammengesetzt sind wiegen
teilweise mehr als 170 Tonnen. Das Museum und ein Videofilm erklären uns, wir
die Menschen vor rund 4000 Jahren solche Gewichte bewegt haben, um Grabstätten
zu errichten – man kann sich dies kaum vorstellen. Diese 3 Dolmengräber sind
alle zu einem Berg ausgerichtet, der wie das Gesicht eines liegenden Riesen
aussieht.
Ronda
Noch im Hinterland im Gebirge Sierra de Ronda besuchen wir
die Stadt Ronda, mit schönen Kirchen, reich verzierten Adelspalästen, der
ältesten Stierkampfarena Spaniens und den Ruinen einer arabischen Badanlage.
Das Besondere allerdings ist die atemberaubende Schlucht zwischen den beiden
Stadtteilen: 160 m tief fallen die Felswände senkrecht ab, über die sich die
Ponte Nuevo aus dem 18. Jh. spannt.
Gibraltar Europa-Point
Das Wetter in den Bergen war meist sonnig, aber es ist dort
merklich kühler. Über eine herrlich gewundene Panoramastraße fahren wir wieder
an die Küste und verbringen einen schönen Strandtag in Sotogrande, bevor wir
nach Gibraltar fahren.
Seit 1704 ist die Landzunge mit rund 30.000 Einwohnern
britisch, viele Jahre davon in kriegerischem Verhältnis zu Spanien. Jetzt
erlebt man hier ein buntes Miteinander von spanischer und englischer Lebensart.
Leider ist der untere Teil (die Unterstadt) mit Häusern und vielen Hochhäusern
zubetoniert und es gibt sehr viele Baustellen. Wir fahren die Europa Road bis
zum Ende der Halbinsel zum Europa Point.