Wir sind immer noch an der Höga Kusten, es ist so
schön hier und es gibt so viel zu sehen. Nachdem wir einen regnerischen Tag auf
einem Campingplatz verbracht haben (Wäsche waschen), haben wir uns die Gegend
um den FlußÅngermanälven angeschaut
mit Fichten- und Kiefernwälder, Grabhügeln, kleinen Inseln und einigen Brücken.
Darunter die Brücke Sandöbron, sie war als sie gebaut wurde (1942) die längste
Brücke ihrer Art in der Welt
Högakustenbron
Einen super Stellplatz für die Nacht fanden wir direkt an
der Brücke Höga Kusten Bron, einer 180 m hohen und 1,8 km langen Hängebrücke. Von
hier hat man einen tollen Blick über den Fluss bis zum Meer und über die Brücke,
die nachts beleuchtet ist. Diese Brücke ist Bestandteil der Umlegung der
Europastrasse 4 (E4). Die Umlegung der E4 beinhaltet noch weitere 34 Brücken
und Viadukte. Die Högakustenbron war zum Zeitpunkt ihrer Eröffnung (1997) die
drittlängste Hängebrücke der Welt.
Harnösand
Am nächsten Tag sind wir bei strahlendem Sonnenschein nach
Härnösand gefahren. Die Stadt, mit dem kleinsten Dom Schwedens und einer
schönen Altstadt, liegt halb auf dem Festland und halb auf einer Insel.
Grotte bei Harnösand
Wir verbrachten den Tag auf der Insel am Strand (obwohl es
nachts 9 Grad kalt wird, ist es tagsüber in der Sonne so 20 – 22 Grad) und sind
zu einer Grotte gewandert – mehr geklettert.
Eine Leiter für den Rentner! Danke. ;-)
Geschafft
Die Grotte
Klettertour mit Hund
Die Hunde finden es toll, über die Steine und Klippen zu
springen. Die Grotte war nicht so beeindruckend, aber die Kletterpartie hat uns
Spaß gemacht.
Ausblick vom Vårdkasberget
Übernachtet haben wir auf dem Berg Vårdkasberget, mit einem
tollen Rundumblick über die Insel Harnön. Am nächsten Morgen flog ein großer
Greifvogel direkt über unseren Köpfen. Wir sind uns allerdings nicht sicher, ob
es hier Seeadler gibt.
Wieder in Schweden
Wir sind wieder in Schweden und fahren an der Ostküste,
entlang vieler kleiner Inseln (Schären), Richtung Süden. Diese Region heißt
schwedisch Lappland und ist eine der letzten Wildnisse Europas. Sümpfe und
Urwälder reichen bis ans Meer heran. Es gibt unzählige Seen und Flüsse – Wasser
überall, leider auch öfter mal von oben. Egal, es ist schön hier. Wir haben
gleich am ersten Tag einen tollen Stellplatz am Meer gefunden und konnten die
Sonne genießen.
Immer noch Rentiere
Überall sieht man alte Samensiedlungen, allerdings tragen
die Samen ihre bunten Trachten nur noch bei Festen und für die Touristen. Auch
hier leben die Samen hauptsächlich von ihrer Rentierzucht. Es gibt hier riesige
Rentierherden. Da die Hauptstraßen durch Wildzäune geschützt sind, sieht man aber
nur selten Renntiere auf der Straße, wie wir es in Norwegen und Finnland erlebt
haben. Einmal kamen abends 2 Rentiere recht nah ans Wohnmobil heran. Sie
wollten wohl mal schauen, was da fremdes auf ihrer Lichtung steht.
Endlich mal wieder ein Elch
Auf der Suche nach einem Stellplatz haben wir im Hinterland
eine Elchkuh mit ihrem Kind gesehen. Das Elchkind stand direkt an der Straße
und blieb auch neugierig stehen, als wir in gebührendem Abstand anhielten.
Leider kam dann aber ein schwedisches Auto, dass nicht anhielt und hat die
beiden verscheucht.
Das "gammlige" Lulea
Wir besichtigen Lulea Gammelstad, eine alte Kirchenstadt,
die zum Unesco Weltkulturerbe gehört. Die ca. 400 einfachen, roten Holzhütten
dienten den von weither angereisten Kirchenbesuchern zum Übernachten und werden
auch heute noch bei besonderen Kirchenfeiertagen von den Gemeindemitglieder zum
Übernachten genutzt. Die Gammelstad ist eine einmalige Mischung aus Kirchenstadt
für das Feiertagswohnen und Kirchdorf für die festansässigen Einwohner. Die
Kirche und die Stadt wurden im 17. Jahrhundert am Meer auf einer Insel errichtet.
Das ganze Land lagbis vor ca. 1000
Jahren 10 m unter Wasser. Da der Hafen
schnell verlandetet wurde eine modernere Stadt weiter südlich aufgebaut. Kirche
und Kirchenstadt blieben aber bis heute in Benutzung.
Jävre
Unser Weg führt uns nach Jävre. Wir übernachten neben ein
paar alten Fischerhütten an einem kleinen Hafen und wandern am nächsten Morgen
auf einem archäologischen Pfad zu einer Opfer- und Grabstätte aus der
Bronzezeit. Dieser Felsen lag damals am Wasser. Durch die Gletscher wurde das
Land zusammen gedrückt und seit der Gletscherschmelze hebt sich das Land, was
dazu führt, dass die Städte vom Meer „wegrücken“.
Seilbahn (Linbana)
Wir machen einen Abstecher weg von der Küste und fahren
durch Västerbotten (hier gibt es den Västerbotten Oste (Käse), den wir auch
probieren – lecker) und Norbotten, die einiges zu bieten haben.
Die längste Seilbahn
der Welt
Sie wurde 1942 gebaut um Erz zu transportieren und war
damals mit 96 km die längste Seilbahn der Welt. Heute ist sie 13,6 km lang und
transportiert im Sommer Touristen.
"Keller"-Kirche
Die Kirche im Bergwerk
Die unterirdische Kirche (“Untergrundkirche”) in Kristineberg liegt in einer
Tiefe von etwa 90 Metern in der heute noch in Betrieb befindlichen Grube, in
der u.a. Zink, Kupfer, Silber und Gold abgebaut werden.
Das besondere Geschehen 1946
In der Nacht vom 28. November 1946 wurde nach einer Sprengung in einer Tiefe von
107 m eine Christusgestalt in der Bergwand sichtbar. Die Bergarbeiter waren
erschüttert, beeindruckt und bewegt von der Gestalt, die sie freigelegt hatten.
Die Gestalt bestand aus 2 unterschiedlichen Gesteinssorten (Ceresitkvartsit und
Kloritkvartsit; theologisch interessant ist, dass beide Gesteine nicht
erzhaltig, sondern Abraum sind), die in einem großen Farbkontrast zueinander
standen. Noch am selben Tag entstand das erste Foto der Erscheinung, das sich
in für damalige Verhältnisse Windeseile um die Welt verbreitete. Die Besucher
strömten an den Ort, der damals nur über den Grubenlift und abenteuerliche
Leitern zu erreichen war. Einige Wochen später wurde der Raum wieder mit Abraum
verfüllt. 1983 entdeckte man zufällig in einer Marmorplatte ein Bild, das dem
Christusbild im Berg aus dem Jahre 1946 frappierend ähnlich sieht. Dies kann
man heute in der Kirche besichtigen. Was wir leider nicht konnten, da sie nur
Juni – August geöffnet ist.
Lycksele Tierpark
Tierpark Lycksele
Der Tierpark Lycksele ist der am nördlichsten gelegene
Tierpark Schwedens und man kann dienordischen Tierarten kennen lernen. Da die Sommerbesuchszeit um ist,
sind nur sehr wenige Besucher im Tierpark – mit uns noch vielleicht 10
Besucher. Daher sind die Tiere entspannt und sehr neugierig auf die Menschen,
sodass die meisten nah an den Zaun heran kommen. Außerdem sind wir kurz vor der
Mittagszeit (zu dieser Zeit werden alle Tiere im Tierpark gefüttert ) dort und
erwecken das Interesse der Tiere, die ja auf Futter warten.
Die Polarfüchse stecken ihre Nase durch das Gitter und
lassen sich anfassen. Zur Zeit sind sie noch grau. Jetzt beginnt gerade der
Fellwechsel im Witter haben sie ein dichteres weißes Fell.
Lycksele Rotfuchs
Ein Rotfuchs spielt neugierig mit dem Band unserer Kamera
und die anderen beiden Rotfüchse lassen sich freundlich fotografieren.
Lycksele Luchse
Die Luchsmutter kommt mit ihren Jungen an Gitter, passt aber
auf, dass die Racker sich nicht anfassen lassen.
Lycksele Bären
Ebenso die Bärenmutter mit 3 Jungen. Sie kommen bis ans
Gitter und spielen vergnügt in ihrem Gehege, als ob sie für uns eine Show
machen wollen.
Lycksele Elch
Ganz besonders witzig ist der Elch. Ein stattlicher
Elchbulle stellt sich extra für uns in „Positur“, damit wir schöne Fotos machen
können.
Lycksele Gammlplats
In Lycksele besuchen wir noch Gammlplatsen, mit alten Häusern u.a. ein altes Postamt. Dieser Platz ist seit 1607 ein Treffpunkt für Sami, Händler und Kirchgänger.
Oxfors Eisenhütte
Olofsfors Eisenhütten
Museum
Olofsfors Bruk aus dem 18. Jahrhundert zählt zu Schwedens
ursprünglichsten und am besten erhaltenen Eisenhütten. Man kann die alten
Gebäude und das Hüttengelände besuchen. Heute erfolgt die Produktion in
moderneren Anlagen.
Freie Wildbahn
Unterwegs besichtigen wir noch eine alte Lokomotive von 1915
und eine schöne Holzkirche in Norsjö und wir sehen einen Fuchs, der am
Straßenrand hin und her läuft, als ob er etwas sucht. Er läuft nicht weg, als
wir anhalten, bleibt aber in sicherem Abstand.